In memoriam Ulrike HORAK

1957-2001

 

Photo 150 dpi

Source: Tyche 15 (2000) p. v

 

Discours prononcé durant l'Assemblée Générale de l'AIP réunie à Helsinki le 7 août 2004

Speech delivered during the General Assembly of the AIP gathered in Helsinki on August 7th, 2004

par - by: Rosario PINTAUDI (au nom de - in the name of: Hermann HARRAUER)

 

Die Geschichte der Wiener Papyrussammlung ist von 1994 bis 2001 zwar in nur wenigen Jahren, aber in überaus intensiver Weise mit Ulrike Horak verbunden.

1957 geboren studierte sie Klassische Archäologie und Kunstgeschichte an der Universität Wien. Ihre Nei-gung zur Antike führte sie in den letzten Studienjahren als Sekretärin in das Institut für Klassische Philologie an der Wiener Universität. Von dort kam sie mit der erst 1981 nach mehr als 40 Jahren der Unterbrechung wieder als Lehrfach gebotenen Papyrologie in Kontakt. Sie bezog in ihren Studiengang nun auch die Papyrologie ein und trat durch ihre Begabung für das Entziffern und ein aussergewöhnliches Talent für die Realien in den Papyri hervor. Ihre Dissertation über Pferdegruppen in der geometrischen Zeit schloss sie zielorientiert neben der Beschäftigung mit Papyri 1992 ab.

Von 1993 an war sie an dem für ihre Interessen ideal angelegten Projekt zur Aufar-beitung illuminierter Papyri eingesetzt und konnte nach dessen Abschluss - ihre Mo-nographie ist inzwischen zum Standardwerk geworden - in den Personalstand der Pa-pyrussammlung übernommen werden. Ein Stipendium der DFG führte sie zu mehreren Aufenthalten nach Berlin, wo sie die Illuminierten und Mumienkartonagen als ihr Forschungsgebiet überantwortet bekam. 1995 gestaltete sie zum grössten Teil allein die Ausstellung vom "Lebenskreis der Kopten". Diese Buch ist nun in das Arabische übersetzt. Ihre künstlerische Begabung bringt ein von ihr in allen Details selbst geschaffenes Kinderbuch "Ich Petsine, bin Kopte" heraus. Es ist zur Grundlage für ein Kinderbuch für koptische Kinder in Ägypten geworden. Sie war massgeblich beteiligt an der Planung eines ganz und gar neuen "Papyrusmuseums". Aber seit 1992 setzte ihr immer intensiver eine Krebserkrankung schwer zu. Monate lang war sie an das Bett gefesselt, immer wieder raffte sie sich auf, um ihrem Interessensgebiet nachzueilen.

Die Zahl ihrer Publikationen, jetzt übersichtlich in P.Horak, der Gedenkschrift für sie, zusammengestellt, weist ihre immense Produktivität in wenigen Lebensjahren und ihre breit gestreuten Interessen nach. Und noch ist nicht alles gedruckt, was sie weit-gehend druckreif hinterlassen hat.

Den Wiener Papyrologenkongress von 2001 hat sie in den Vorarbeiten noch mitge-staltet. Zwei Wochen nach dem Ende des Kongresses, an dem ihr die Krankheit die Teilnahme verwehrte, ist sie im Alter von 44 Jahren für immer gegangen. Der Verlust für die Wissenschaft und die Wiener Papyrussammlung ist ein bleibender wie das ehrenvolle Gedenken.

 

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